Glashütte (Museumsort) bei Baruth/Mark im Urstromtal

Die Geschichte der Baruther Glashütte
von Direktor Alfred Kaiser
Glashütte b. Baruth/ Mark  im Jahre 1938

Bild:Astrid Leipold

wiedergegeben
 von Astrid Leipold
 geb. Besser (Enkelin)

Seite 1 bis Seite 11

Bils:Alfred Kaiser
Direktor Alfred Kaiser
geb.1864    +1967

Eine Bahnstunde von Berlin an Station Klasdorf und von Baruth ein paar Kilometer entfernt liegt von Wald umgeben Glashütte. Die Baruther Glashütte ist eine der ältesten in Preußen und die älteste in der Kurmark überhaupt. Schon in einer Urkunde des Klosters Dobrilugk aus dem Jahre 1234 wird eine Glashütte bei Baruth erwähnt. Aber kein Chronist weiß über deren Betrieb und Verbleib etwas zu berichten. Wahrscheinlich sind Unterlagen den Wirren des 30=jährigen Krieges zum Opfer gefallen.
Im Jahre 1716 entstand die Glashütte, wie wir sie noch heute haben. Die Entstehung ist einem Naturereignis zu verdanken. Als nämlich 1715 ein Sturm gewaltige Waldflächen niedergerissen hatte, und das Holz sehr niedrig im Werte stand, entschloss sich der damalige Graf Friedrich Sigismund zu Solms=Baruth, eine Glasfabrik zu errichten, um das Holz so vorteilhaft wie möglich zu verwerten. Der Graf berief den Glasmachermeister Bernsdorf aus Lieberose zur Übernahme der Glashütte. Er schloss mit diesem einen diesbezüglichen Vertrag ab, vom März 1716 datiert. Danach wurde Bernsdorf unweit von Clasdorf (heute Klasdorf), Kreis Jüterbog=Luckenwalde, damals noch zu Sachsen gehörig, ein Platz von 600 Schritt Länge und 200 Schritt Breite, rund 7 ha, zur Errichtung der Hütte und Nebengebäuden erb= und eigentümlich überlassen.

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